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Markt für Pflegedienstleister europaweit unter Druck

Markt für Pflegedienstleister europaweit unter Druck

In den Niederlanden haben Pflegedienstleister Probleme, gutes Personal zu finden. Wie sieht es aber in den anderen Ländern aus, in denen Vebego auf diesem Markt aktiv ist?

Belgien

Reflex Healthcare People hat im Juni 2000 in Brüssel mit der Entsendung von Krankenpflegepersonal für die Kliniken in der Region begonnen. Im Jahr 2010 übernahm Vebego eine Beteiligung. Seitdem hat das Unternehmen eine enorme Entwicklung durchlaufen. Der Umsatz liegt heute bei € 11 Millionen. Das Unternehmen entsendet (häusliches) Pflege- und Krankenpflegepersonal. Reflex betreibt Niederlassungen in Antwerpen, Brüssel, Charleroi und Lüttich und beschäftigt tagtäglich zwischen 150 und 160 Zeitarbeitskräfte. Der Betrieb hat einen Bestand von mehr als 5000 Mitarbeitern im Pflegesektor.

Der Markt

Auf dem Markt spielt sich eine Evolution ab. In den vergangenen fünf Jahren kamen in Belgien zahlreiche Krankenpflegekräfte hinzu. Doch trotz des Anstiegs ist der Zustrom nicht immer und überall groß genug, um die Nachfrage zu befriedigen. Durch die Überalterung steigt die Nachfrage nach Pflegeleistungen drastisch an. Gleichzeitig stehen im Pflege- und Gemeinwohlsektor zahlreiche Menschen kurz vor dem Renteneintritt. Diese Kombination sorgt dafür, dass in den kommenden Jahren ein großer Bedarf an zusätzlichem Pflegepersonal entstehen wird. Zwar steigt die Zahl der Jugendlichen an, die sich für einen Krankenpflegeberuf entscheiden, dies reicht jedoch nicht aus, um die rentenbedingten Abgänge zu kompensieren. Alljährlich nimmt der Mangel an ausgebildeten Fachkräften um 3500 Personen zu, das entspricht 2 % der Gesamtanzahl.

Die Zukunft

Reflex geht davon aus, dass 2019 ein großer Mangel an frisch ausgebildeten Krankenpflegekräften auftreten wird. Das Studium soll dann von drei auf vier Jahre ausgedehnt werden, so dass ein Jahr lang keine neuen Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen mit Abschluss abgehen werden. Reflex reagiert auf diese Entwicklung durch die Anwerbung von Bewerbern mit unterschiedlichen Profilen und durch die interne Ausbildung von Personal, um auf diese Weise einen Pool aus verfügbaren Fachkräften zu schaffen. In Belgien wird mit neuen Wohnkonzepten experimentiert. Reflex beteiligt sich an einem solchen Projekt, bei dem sich Patienten nach einer Operation zu Hause erholen können. Auf diese Weise werden in den Krankenhäusern schneller wieder Betten frei, während die Patienten zuhause dennoch in den Genuss einer guten Versorgung kommen.

Schweiz

CarePeople wurde im Jahr 2013 gegründet und erwirtschaftet mittlerweile einen Umsatz von € 15 Millionen. Das Unternehmen geht in diesem Jahr von einem begrenzten Wachstum aus, was auf einen Mangel an Krankenpflegepersonal zurückzuführen ist.

Der Markt

Die Nachfrage nach Krankenpflegern und Krankenpflegerinnen, insbesondere seitens der Kliniken, nimmt stark zu. Es ist jedoch recht schwierig, gutes Personal zu finden, ausgebildetes Pflegepersonal ist rar. CarePeople steht mit kollegialen Betrieben im Ausland, die mit der gleichen Problematik zu kämpfen haben, in Kontakt, um Lösungen zu finden. Früher war es möglich, qualifiziertes Personal aus Deutschland anzuwerben, da die Arbeitsbedingungen in der Schweiz viel vorteilhafter waren. Mittlerweile ist das nicht mehr der Fall und ist der Zustrom ausgebildeter Fachkräfte aus Deutschland stark zurückgegangen. Das Anwerben von Mitarbeitern aus anderen Ländern ist problematisch, da die Beherrschung der deutschen Sprache eine Bedingung ist und es Unterschiede hinsichtlich des Niveaus der Fähigkeiten und Kompetenzen zwischen den Ländern gibt.

Die Zukunft

Qualifiziertes Personal zu finden, wird zu einer immer größeren Herausforderung. CarePeople muss versuchen, andere Lösungen zu finden, um eine ausreichende personelle Versorgung am Bett zu gewährleisten. Wir sind der Ansicht, dass uns dies durch die Ausbildung von Mitarbeitern und die Neustrukturierung von Aufgaben gelingen wird. Beispielsweise, indem leichtere Pflegeaufgaben gut ausgebildeten Assistenten übertragen werden. Es ist außerdem eine gute Gelegenheit für Mitarbeiter, in ein Beschäftigungsverhältnis im Pflegebereich zu wechseln. Auch eine andere oder flexiblere Stundenplanung für Krankenpflegepersonal kann den Beruf attraktiver machen, so dass sich mehr Menschen für eine entsprechende Ausbildung entscheiden werden.

Deutschland

PersonalProfi bietet auch Personal im Pflegebereich an. Das Unternehmen ist seit etwa drei Jahren in Berlin aktiv. Mit einem Umsatz von € 4 Millionen ist es noch eine kleine Firma, die jedoch den Ehrgeiz zu weiterem Wachstum hat.

Der Markt

Der Markt in Deutschland lässt sich mit demjenigen in den Niederlanden vergleichen. Der Arbeitsmarkt für Pflegefachkräfte ist zur Zeit spannend. Gut ausgebildetes Fachpersonal erhält von den traditionellen Arbeitgebern nur wenig Spielraum für Weiterentwicklung oder die Freiheit, sich die Arbeitszeit selbst einzuteilen. Ursprünglich ist es ein Beruf, für den man sich aus religiösen Gründen und aus Berufung entscheidet. Die Bezahlung spielte dabei eine untergeordnete Rolle. Und so wird auch heute noch darüber gedacht. Das bietet uns aber eine riesige Chance, sich auf diesem Markt als guter Arbeitgeber mit guten Arbeitsbedingungen zu profilieren. Arbeitssuchende erhalten von PersonalProfi über eine Stiftung die Möglichkeit, sich für einen Beruf im Pflegebereich ausbilden zu lassen.

Die Zukunft

Der Mangel an gut ausgebildetem Personal sorgt dafür, dass sich Mitarbeiter die Einrichtung/den Arbeitgeber aussuchen können und nicht umgekehrt. Es ist demnach Aufgabe der Arbeitgeber, dafür zu sorgen, ihre Attraktivität für Arbeitnehmer zu steigern, indem man sich von anderen unterscheidet, beispielsweise durch gute Arbeitsbedingungen. Aber auch das Family Statement, über das Vebego verfügt, kann dabei hilfreich sein.

Ergebnis

Der Mangel an gut ausgebildetem Pflegepersonal am Arbeitsmarkt stellt in allen Ländern, in denen Vebego aktiv ist, eine Herausforderung dar. Hierdurch eröffnen sich uns aber auch Chancen für die Vermittlung unseres Auftrags, der Vitalisierung von Arbeit und Pflege. Wir behalten die Trends genau im Auge und reagieren darauf, beispielsweise indem wir in die Ausbildung investieren und Aufgaben neu strukturieren. Unser Vorteil ist es, dass wir in allen Ländern mit diesem Problem zu kämpfen haben und in der Lage sind, gegenseitig Kenntnisse auszutauschen.