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Bericht des Vorstands

Das Jahr 2016 zeigt im Vergleich zu 2015 einen Rückgang des konsolidierten Umsatzes um 2,7%. 2015 zählte hierzu noch der Umsatz der veräußerten niederländischen Zeitarbeitsaktivitäten. Wird dieser Beitrag 2016 nicht mit berücksichtigt, liegt den autonomen Wachstum bei 3,1%. Das Ergebnis zeigt leider einem Rückgang. Auch wenn sich die Rückschläge gut erklären lassen, so ist die Enttäuschung doch groß. Und dies ganz gewiss hinsichtlich der Tatsache, dass 95% der Unternehmen gute Leistungen erbringen. 2017 werden wir daher hart an der Verbesserung des Ergebnisses arbeiten. Einerseits über eine weitere Ausarbeitung unseres langfristigen Konzepts und andererseits über eine Realisierung der kurzfristigen Ziele.

Umsatzentwicklung

Der konsolidierte Umsatz sank 2016 von € 823,7 Millionen auf € 801,5Millionen, das entspricht einem Rückgang um 2,7%. Im Umsatzvolumen 2015 ist ein Betrag von € 113 Millionen für den Umsatz der mittlerweile veräußerten niederländischen Zeitarbeitsaktivitäten enthalten. Ohne Berücksichtigung der Auswirkungen dieser Desinvestitionen, der Investitionen in neue Aktivitäten und der Wechselkurseffekte des Schweizer Franken, beläuft sich das autonome Wachstum des konsolidierten Umsatzes 2016 auf 3,1%. Die Entwicklung des gemanagten Umsatzes, bei dem der Beitrag der Joint Ventures in vollem Umfange mitgerechnet wird, lag bei einem autonomen Wachstum von 3,5%. Diese positive Umsatzentwicklung zeigt sich in allen Ländern, in denen Vebego aktiv ist.

Das Wachstum in Deutschland und Belgien, die gemeinsam für 19% des gemanagten Vebego-Umsatzes verantwortlich zeichnen, hat die Erwartungen übertroffen. Die Aktivitäten in Deutschland nehmen kontinuierlich zu, und zwar sowohl bei den Zeitarbeitsaktivitäten als auch den haustechnischen Dienstleistungen. Bemerkenswert ist das Wachstum des unlängst gegründeten Dienstleistungsunternehmens im Pflegebereich in der Region Berlin.

Auch in Belgien ist Vebego an mehreren Fronten aktiv.Zeitarbeit, haustechnische Dienstleistungen und Aktivitäten im Gesundheitswesen vervollständigen die Palette. So ist zu beobachten, dass insbesondere die Aktivitäten im Pflegebereich in bedeutendem Maße weiter anwachsen. Die Sparte der haustechnischen Dienstleistungen ist in Belgien 2016 nicht vorangekommen.

In der Schweiz zeigen die Reinigungs- und sonstigen haustechnischen Aktivitäten schon seit Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum. Auch 2016 haben die Unternehmen umsatzmäßig gute Ergebnisse erzielt. In relativer Hinsicht zeigte das Zeitarbeitsunternehmen (spezialisiert auf Pflegepersonal) 2016 die besten Leistungen.

Ende 2015 hat Vebego mit einem Partner eine Joint Venture am Flughafen Zürich für Dienstleistungen auf dem Flughafengelände und die Abwicklung der Flugzeuge gegründet (unter anderem Reinigung und logistische Abwicklung). 2016 lag der Umsatz bei über € 10 Millionen, so dass die Aktivitäten in der Schweiz insgesamt für mehr als 19% des gesamten gemanagten Vebego-Umsatzes verantwortlich zeichnen.

Zum Schluss zeigte auch der niederländische Reinigungsumsatz 2016 ein Wachstum. Der Druck, der auf dem Markt lastet, ist schon seit geraumer Zeit spürbar, und dennoch zeigte die niederländische Reinigungsbranche ein Wachstum von 2,4%.

Bei den Joint Ventures, die im Bereich der Haushaltshilfe tätig sind, sehen wir eine andere Entwicklung. In diesem Segment ist der Umsatz weiter zurückgegangen. Darüber hinaus steht auch der Umsatz bei den Tätigkeiten in der häuslichen Pflege unter Druck.

Der öffentliche Sektor hingegen zeigt eine positive Entwicklung. Der gestiegene Umsatz 2016 ist sowohl den haustechnischen Dienstleistungen als auch den Unternehmen im Gartenbau zuzuschreiben.

Ergebnisentwicklung

Leider hält die Entwicklung des Ergebnisses 2016 mit dem Umsatz nicht Schritt. Das Ergebnis geht um € 30,1 Millionen zurück. Ein Vergleich zu 2015 zieht nicht: 2015 wurde beim Ergebnis der Beteiligungen das Verkaufsergebnis einiger Unternehmen ausgewiesen. Dies erklärt den Rückgang dieses Postens um € 20,0 Millionen. 2016 haben wir einen Betrag von € 3,5 Millionen weniger an finanziellen Belastungen und Körperschaftssteuer entrichtet, doch unser konsolidiertes Netto-Umsatzergebnis sinkt um € 13,7 Millionen.

Im Nettoumsatzergebnis 2015 wurde ein Betrag von € 5,2 Millionen als Ergebnis der veräußerten Betriebe bis zum Verkaufsdatum ausgewiesen. Auch wenn wir diese Ergebnisse korrigieren, fällt das Nettoumsatzergebnis 2016 um € 8,5 Millionen geringer aus. Dieser um € 8,5 Millionen geringere Betrag lässt sich auf eine Reihe von Ursachen zurückführen.

Der erste Grund stellt eine zusätzliche Ausgabe in Höhe von gut € 2 Millionen für die Einrichtung des ERP-Systems in den Niederlanden dar.

Zweitens wird Vebego massiv durch den ununterbrochenen Druck auf die Preise in der häuslichen Pflege und im Bereich der Haushaltshilfe getroffen. Darüber hinaus musste unser größter Betrieb in diesem Sektor einige operative Rückschläge hinnehmen. Des Weiteren werden alle Unternehmen des Sektors mit einer Anpassung des Zuschlags für unregelmäßige Arbeitszeiten (onregelmatigheidstoeslag, ORT) konfrontiert. Diese Vereinbarung gilt ab 2012 mit rückwirkender Kraft. Die im Tarifvertrag abgesprochene Maßnahme bedeutet für uns einen zusätzlichen Kostenposten. Der Rückgang des konsolidierten Nettoumsatzergebnisses, der durch diese Geschäftseinheit verursacht worden ist, beträgt insgesamt € 1,6 Millionen.

Der letzte Rückschlag ist zugleich der größte. Es handelt sich um die bereits genannte Joint Venture, die Vebego mit einem Schweizer Partner am Flughafen Zürich eingegangen ist. Aufgrund verschiedener operativer Ursachen musste diese Joint Venture 2016 einen erheblichen Verlust notieren. Kurzfristig ist hier keine Verbesserung zu erwarten. Daher wird der Verlust über die verbleibende Vertragslaufzeit vollständig 2016 zugewiesen. Dieser Verlust wird zu 100% von Vebego getragen, was insgesamt zu einer Belastung von € 4,9 Millionen führt.

Es ist bitter, feststellen zu müssen, dass zwar 95% unserer Unternehmen 2016 hervorragende Leistungen gezeigt haben, dass das eigentliche Ergebnis jedoch außergewöhnlich enttäuschend ist.

Bilanz

Die Solvabilität 2016 erreichte einen Wert von 35,5%. Die operativen Kassenströme sind aufgrund einer Zunahme der kurzfristigen Verbindlichkeiten drastisch angestiegen. Diese Zunahme ist unter anderem auf den Zahlungszeitpunkt der Gehälter und die damit zusammenhängenden Sozialabgaben im Zeitraum 13 zurückzuführen. 2015 lag dieses Zahlungsdatum vor dem Bilanzdatum, während die Zahlung für den Zeitraum 13 im Jahr 2016 unmittelbar nach dem Bilanzdatum stattgefunden hat. 

Es werden keine größeren Investitionen für die operative Betriebsführung erwartet. Die Austauschinvestitionen entsprechen nahezu vollständig den Abschreibungen. Die finanzielle Position von Vebego kann als gut bezeichnet werden. Wir verfügen über ausreichende Eigenmittel zur Finanzierung des strategischen Konzepts des Vorstands und der zu Grunde liegenden Pläne der einzelnen Betriebe. Möchten Sie mehr über die Vision und die Mission von Vebego erfahren?

Risiken und Unsicherheiten

Strategische Risiken

Der rückläufige Reinigungsmarkt in Kombination mit der immer dominanter werdenden Rolle der großen Hauptlieferanten bleibt für Vebego ein strategisches Risiko. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Yask (haustechnisches Management) und Hago (haustechnische Dienstleistungen) sieht vielversprechend aus und ist die Antwort Vebego´s auf diese Entwicklung.

Die Entwicklungen in der häuslichen Pflege bergen für Vebego immer noch Risiken. Im kommenden Jahr muss der Strategische Pflegeplan Niederlande eine Antwort auf diese Herausforderungen geben. Die staatlichen Maßnahmen im Bereich Finanzierung der Pflege und des niederländischen Sozialförderungsgesetzes WMO (Wet Maatschappelijke Ondersteuning) bestimmen in hohem Maße die Entscheidungen, die Vebego treffen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch unklar, in welche Richtung diese Entwicklung gehen wird.

Die wichtigsten strategischen Risiken sind damit angesprochen. Die meisten operativen Risiken wurden von den Unternehmen inventarisiert. Das Management widmet allen genannten Problembereichen höchste Aufmerksamkeit.

Im Jahresbericht 2015 wurde die ERP-Implementierung in den Niederlanden und der Schweiz als Risiko genannt. Die wichtigsten diesbezüglichen Elemente sind: ein zu starker interner Fokus und eine Störung des finanziellen Ablaufes wie Fakturierung und Berichterstattung. Wir können heute sagen, dass keine einschneidenden Beeinträchtigungen im Bereich Fakturierung, Lohnbuchhaltung und Berichterstattung stattgefunden haben. Die Einführung verlief zwar nicht reibungslos, es gab aber auch keine größeren Vorfälle. Der interne Fokus war jedoch ein Punkt, der besondere Aufmerksamkeit erforderte, und auch jetzt noch wird den neuen Systemen ein hohes Maß an interner Aufmerksamkeit gewidmet.

Darüber hinaus sind für eine Organisation wie Vebego, bei der die Personalkosten den mit Abstand größten und wichtigsten Kostenposten darstellen, die Risiken und Unsicherheiten auch in erster Linie in diesem Bereich angesiedelt. So führt die jüngste Gesetzgebung im Bereich Arbeit und Sicherheit sowie Arbeit und Einkommen immer noch zu einem Anstieg der Risiken.

Zu guter Letzt haben wir mit den Folgen und Maßnahmen der Anpassungen der Wiedereingliederung von teilweise Arbeitsunfähigen (Werkhervatting Gedeeltelijk Arbeidsgeschikten, WGA) und der sich daraus ableitenden Fortzahlungsverpflichtung von bis zu zehn Jahren für Mitarbeiter zu kämpfen, deren Beschäftigungsverhältnis nach zwei Krankheitsjahren beendet worden ist. Dieses Thema steht bei unseren niederländischen Betrieben immer noch ganz oben auf der Tagesordnung. Verschiedene Projektgruppen sind damit befasst. Hier wäre beispielsweise auch an das Konzept hinsichtlich des krankheitsbedingten Arbeitsausfalls zu denken. Die Projektgruppen erstatten sowohl dem lokalen Management als auch dem Vorstand unmittelbar Bericht.

Operative Risiken

Die Erläuterungen zum Ergebnis 2016 verdeutlichen insbesondere die Auswirkungen eines großen Vertrages. Dieses Risiko wurde, im Nachhinein betrachtet, unzureichend berücksichtigt. Der Vorstand hat den Beschluss gefasst, die derzeitige Strategie hinsichtlich großer Verträge zu überdenken und weitere Stufen in die Beschlussfassung einzubauen. Insbesondere dem Risiko- und Chancenparagraphen soll größere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Der Risikokontrolle kommt seitens des Managements eine immer größere Aufmerksamkeit zu. Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und Regeln wird einerseits vom externen Wirtschaftsprüfer überprüft, andererseits von den Geschäftsprüfern der Holding und bei den EVEs. Vebego setzt hier eine umfassende Checkliste ein, auf der die wichtigsten Kontrollpunkte aufgeführt sind. Diese Checkliste muss in jedem Quartal von den größeren Unternehmen abgearbeitet und zweimal jährlich von den kleineren Betrieben durchgegangen werden. Mittels Stichproben überprüft ein Geschäftsprüfer der Holding die abgeschlossenen Checklisten, wobei in erster Linie kontrolliert wird, ob die Regeln korrekt interpretiert worden sind.

Als eines der Risiken sehen wir die Unklarheit im Rahmen des Gesetzes zur Deregulierung der Beurteilung von Arbeitsverhältnissen (Wet Deregulering Beoordeling Arbeidsrelaties, WDBA). Der Wegfall der Erklärung zum Arbeitsverhältnis (Verklaring arbeidsrelatie, VAR) und das Fehlen einer klaren Richtlinie unter anderem seitens des Finanzamtes machen dieses Gesetz für Vebego, ihre Lieferanten und Einzelunternehmer zu einer problematischen Angelegenheit. Vebego geht von strengen Kriterien aus, solange jedoch der Prüfstein seitens des Staates unklar ist, bleibt dieses Risiko bestehen.

Ausblick 2017

Die Verbesserung des Ergebnisses steht auf der Agenda des Managements ganz oben. Vebego hat große Pläne im Bereich Arbeit und Pflege. Diese Pläne müssen aus der heutigen Organisation heraus zustande kommen und umgesetzt werden, aber auch mittels Akquisitionen und Investitionen in neue Aktivitäten und Verdienstmodelle Realisierung finden. Bedingung dabei ist jedoch eine solide Grundlage des Ergebnisses, denn das Familienunternehmen Vebego möchte in jedem Fall eine finanziell unabhängige Position behalten.

Die erste Jahreshälfte 2017 steht im Zeichen des Abschlusses der strategischen Pläne je EVE (Ergebnis Verantwortliche Einheit), anschließend wird der Vorstand einen strategischen Gesamtplan 2025 erstellen.

Das gesamte Jahr läuft faktisch auf zwei parallelen Schienen: einerseits die weitere Ausarbeitung des langfristigen Leitbildes und andererseits die Realisierung der kurzfristigen Ziele.

Für das Ergebnis 2017 wird ein vergleichbares Ergebnis wie im Jahr 2015 (ohne Ergebnis der Zeitarbeitsaktivitäten) erwartet.

Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrates



Für den Vorstand

Ir. R.G. Goedmakers

S.M.C.E. Feijen

Voerendaal, 25. April 2017